![]() |
![]() |
| Home Galerie Katalog Premium- Objekte Angebote Versand Shipping Kontakt |
Aberglaube Die abschätzige Bezeichnung für die Religion der afrikanischen Urbevölkerung. Diese Bezeichnung wird einseitig u. A. von den grossen Religionen Christentum und Islam gebraucht die den ursprünglichen afrikanischen Glaubensrichtungen keinen vollwertigen religiösen Status zuerkennen. Ahnenverehrung Ahnenfigur In weiten Teilen Afrikas sind Riten und Kulte zum Zwecke der Verehrung der Ahnen gebräuchlich. Die Ahnenverehrung stellt eine übergreifende, den meisten Volksstämmen geläufige Tradition der schwarzafrikanischen ursprünglichen Religionen dar. Hinter der Ahnenverehrung steht der Gedanke des Weiterlebens der Verstorbenen nach dem Tode wobei die Ahnen weiterhin spirituell gegenwärtig sind und auf die Geschicke der Gemeinschaft Einfluss nehmen können. Es gilt also -um Schaden abzuwenden- die Ahnen zu achten, damit gnädig zu stimmen und in angemessener Weise in das Leben der Gemeinschaft zu integrieren. Es ist z. B. bei einigen Stämmen üblich im Rahmen der Ratsversammlung der Stammesältesten symbolisch die Ahnen in Form von formalen Figuren teilhaben zu lassen. Auch das Aufstellen von Karyatiden-Hockern während der Ratsversammlungen, die häufig ebenso einen Ahnen verkörpern, ist gebräuchlich wobei der Sitz des Karyatidenhockers nicht besetzt wird und als Sitz der Ahnen fungiert. Auch im privaten Bereich ist das Aufstellen von Ahnenfiguren weit verbreitet, meist stellen diese Figuren jedoch nicht einen einzelnen ganz bestimmten Ahnen persönlich dar. Auch diese Figuren sind an ganz bestimmte formale Ausführungen gebunden wobei dann aber die anschliessende Widmung für einen ganz bestimmten Ahnen möglich ist. Die Formen der Ahnenfiguren sind ungemein vielfältig und meist nach Stammeszuordnung gut zu unterscheiden. Von einfach ausgeführten, kleinen Figuren bis hin zu aufwendigsten, grossen Schnitzereien ist der weite Bogen gespannt. Animismus Unter dem Begriff Animismus (Animisten) versteht man eine sehr ursprüngliche religiöse Form, eine Form der Urreligion, die sich u. a. auf Naturbetrachtungen und deren vorteilhafter Auswertung stützt. Es hat sich auch der Begriff Naturreligion gefestigt. Häufig werden natürlichen Phänomenen höhere geistige Kräfte zugesprochen deren Beeinflussung und Beherrschung u. a. Ziel der religiösen Ausübung ist. Ebenso die Ergründung des Phänomens des Todes und einem möglichen Weiterleben nach dem Tode gehören zu den Eigenschaften animistischer Beobachtungen welches das Erkennen der Seele der Menschen, sowie der Tiere und materieller Dinge, einschliesst. Die religiösen Erkenntnisse bilden aber auch einen Teil der Basis für das soziale Zusammenleben. Der Animismus stellt keine einheitliche Religionsform dar und kann bei verschiedenen Völkern sehr unterschiedliche Ergebnisse und Riten darstellen. Meist werden die gesammelten Erkenntnisse mündlich weitergegeben und von Religionsgelehrten bewahrt, auch die Ausübung der zugehörigen Riten wird oft von Spezialisten, z. B. Schamanen ausgeführt. Anthropomorph Bezeichnung für Figuren und Objekten in menschlicher Gestalt Bantu Die Bezeichnung Bantu ist ein Oberbegriff für die vorherrschenden Bevölkerungsgruppen im zentralen und südlichen Afrika. In der Übersetzung bedeutet der Begriff übrigens “Mensch”, analog zu den polaren Inuit deren Name die gleiche Bedeutung hat. Obwohl sich die Bantu aus rund 200 einzelnen Stämmen zusammensetzen gibt es umfassende Übereinstimmungen in der Sprache und dem kulturell-religiösen Hintergrund. Kennzeichnend für die Bevölkerungsgruppe ist die dunkle Hautfarbe, kombiniert mit kräftigem Körperbau und eher rundlicher Gesichtsform. Diese grosse Volksgruppe scheint ihren Ursprung in den nordwestlich der zentralafrikanischen Regenwaldgebiete liegenden Savannen zu haben. Die Bantu-Stämme drücken sich künstlerisch in vielfältigster Form aus und gehören zu den wichtigsten kunstschaffenden Völkern Afrikas. Bilad es-Sudan Dies ist die arabische Bezeichnung für das Land der Schwarzen oder die Länder der Schwarzen. Fälschlich wird diese umfassende Bezeichnung häufig aus europäischer Sicht als “Land im Süden” übersetzt bzw. interpretiert. Bronzeobjekte Als Bronze werden im afrikanischen Sprachgebrauch sowohl Kupfer-Zinn Legierungen als auch Legierungen aus Kupfer-Zink bezeichnet. Anders als Holz ist dieses Material sehr widerstandsfähig, allerdings auch viel schwieriger in künstlerischer Form zu bearbeiten. Weit verbreitet ist bis heute die Bronze- und Gelbguss-Erzeugung in der Technik der sogenannten verlorenen Form. Dekoration / Dekorative Kunst Unter dem von Afrikanern gebräuchlichen Begriff “gut für Dekoration” oder auf deutsch “Dekorative Afrikanische Kunst” versteht man die Klassifizierung von kunsthandwerklichen Erzeugnissen aus Afrika. Diese Arbeiten können sich an den traditionellen Stilen orientieren oder auch eigene Formen darstellen. Ebenso sind phantasievolle Mischstile gebräuchlich. Gemeinsam ist diesen dekorativen Artikeln, dass diese ausschliesslich für den Verkauf kommerziell und oft in Serie hergestellt werden und in der Qualität und Ausdrucksstärke nicht mit der traditionellen Kunst konkurrieren können. Nicht zu verwechseln allerdings mit der ganz eigenständigen Entwicklung moderner afrikanischer Kunst die mittlerweile künstlerisch höchst attraktive Stile und Formen entwickelt. Deutsche Kolonien in Afrika Ein weniger bekannter Umstand afrikanischer/deutscher Geschichte ist, dass auch Deutschland, bzw. Das Deutsche Reich in Wilhelminischer Zeit, umfassend Kolonialismus in Afrika betrieben hatte. Zu den 4 deutschen Kolonien in Afrika zählten: Togo in Westafrika Kamerun (hierzu gehörten auch die Provinz Ostnigeria und ein Teil der heutigen nördliche Republik Kongo), im Zentrum Deutsch- Ostafrika,Tanganjika und Sansibar (das heutige Tansania) im Osten Südwest-Afrika (heute Namibia) im Südwesten. Bis 1916 galt der Kilimandscharo mit 5893 Metern in Tansania (Deutsch-Ostafrika) als “Höchster Berg Deutschlands” und hatte damals noch den klangvollen Namen Kaiser-Wilhelm-Spitze. Ausser in Namibia, wo es noch nennenswerte Deutsche Bevölkerungsteile gibt, ist die deutsche Kultur und Sprache in den anderen ehemaligen Kolonien weitgehend verschwunden. Die deutsche kulturelle Einflussnahme in kolonialer Zeit stellt also nur ein Intermezzo in der langen afrikanischen Geschichte dar das für beide Seiten nicht wirklich nachhaltig zu sein gewesen scheint. Im Berliner Museum für Völkerkunde sind umfassende Sammlungen Afrikanischer Kunst aus kolonialer Zeit, vornehmlich aus Kamerun erhalten. Elfenbein Unter diesem Oberbegriff werden verschiedene Formen von Tierzähnen zusammengefasst. Neben dem Walross, dem Mammut und den Hauern des Warzenschweins gilt der Begriff vor Allem für die Stosszähne des Elefanten, wobei der afrikanische Elefant das wohl qualitativ hochwertigste Elfenbein liefert. Erstaunlicherweise spielt das Elfenbein, auch in Regionen mit hohen Elefantenbeständen, als rituell benutztes Material eine eher untergeordnete Rolle. Einige wenige Maskentypen werden aus Elfenbein gefertigt, auch Figurinen, ebenso Olifanten (Trompeten aus Stosszähnen), ferner Talismane und Schmuck. Die weitaus meisten Stosszähne gehen und gingen aber in den Export und dienen als Handelsgut. Es existieren aber auch alte Elfenbeinschnitzereien die als Prestigeobjekte im Auftrag von afrikanischen Königen gefertigt wurden. Ebenso sind dekorativ beschnitzte Elefantenstosszähne für den Export bekannt. In jüngerer Zeit ist diese Form der Schnitzkunst allerdings ins Hintertreffen geraten da das Elfenbein umfassenden Restriktionen unterliegt und nicht mehr frei gehandelt werden darf. Fetisch / Fetischfigur Mit dem Begriff Fetisch oder Fetischfigur werden Figuren klassifiziert die magische Wirkung besitzen. Zeitweilig war der Begriff Fetisch im europäischen Sprachgebrauch verfemmt da hiermit bestimmte sexuelle Praktiken in Verbindung gebracht werden (sexueller Fetischismus). Früher wurden folglich auch die Anhänger der Naturreligionen allgemein als Fetischisten bezeichnet. Dieser irreführende Begriff wird aber zunehmend wieder in Verbindung mit der ursprünglichen Bedeutung gesehen denn diese bezeichnet einfach nur den Begriff “vom Menschen gemachter Gegenstand” und wieder in Verbindung mit religiösen, oder rituellen Praktiken gebracht. Zum Fetisch wird der Gegenstand erst durch die Weihe des Zauberers oder Magiers der damit der Figur Leben verleiht. In diesem Zusammenhang werden bestimmte Stoffe, die vielfältigster Art sein können, an oder in der Figur angebracht. Diese Stoffe haben den Charakter von Medizin, also Stoffe mit Wirkung, ohne die die Figur lediglich ein bedeutungsloses Stück Holz darstellt. Nach erfolgreicher Initiation des Fetischs wird diesem ein eigenständiger Charakter und Persönlichkeit zugesprochen. Aus afrikanischer Sicht besitzt allerdings auch ein solcher lebendiger Fetisch nur eine begrenzte Lebenserwartung und wie bei allem Lebendigen durchlebt der initiierte Fetisch Phasen der Entwicklung, Reife und des anschliessenden Verfalls und Schwunds der Kräfte. Fetische, die durch Entnahme der Medizin entzaubert wurden, haben für den afrikanischen Zauberer meist keinen Wert mehr und werden dann durch eine neu zu weihende Figur ersetzt. Die Erscheinungform der Fetischfiguren ist sehr vielfältig und reicht von einfachsten Formen bis hin zu künstlerisch hochstehenden Figuren. Neben den bekannten, oft sehr aufwendig gefertigten Fetischen der Songye sind vor Allem die grossen, mit Nägeln beschlagenen, Fetischfiguren des nordwestlichen Kongogebietes zu erwähnen, die sogenannten Nagelfetische. Das Einschlagen von Nägeln in die Fetischfigur ist mit der Erweckung der Kräfte des Fetischs verbunden und zielgerichtet auf einen ganz bestimmten Wunsch oder Befehl ausgelegt. Diese Fetische haben moralische und auch einschüchternde Funktionenen, der Nageleinschlag kann z. B. zur Überführung eines Diebes veranlasst werden und durch den zugefügten Schmerz soll der Fetisch Rache an dem Dieb nehmen und diesem ähnliche Verwundungen zufügen. Bei gläubigen Menschen könnnen die damit verbundenen Suggestivkräfte tatsächlich zu Schmerzen führen, Fetische zeigen sich häufig deshalb hochwirksam. Die Legende nach haben die Nagelfetische einen christlichen Ursprung der auf das 15. Jahrhundert zurückgeht. In dieser Zeit wurde vorübergehend das Gebiet des nordwestlichen Kongo von den Portugiesen christlich missioniert wobei sich die Darstellung des Heiligen Sebastian grosser Beliebtheit erfreut haben soll (dieser christliche Heilige wurde im Zuge der römischen Christenverfolgung, als Form der Hinrichtung, mit Pfeilen beschossen ohne dabei jedoch getötet zu werden). Die figürliche Darstellung des Heiligen Sebastian, die den Heiligen mit mehreren im Körper steckenden Pfeilen zeigt, soll die Bakongo zu den Nagelfetischen inspiriert haben nachdem die christliche Missionierung in diesem Gebiet wieder aufgegeben wurde. Der Wahrheitsgehalt ist allerdings sehr zu bezweifeln da folglich die Fetische eigentlich mit Pfeilen beschossen werden müssten und nicht mit Hammer und Nägeln bearbeitet. Während erneuter Christianisierung in kolonialer Zeit standen dann diese Fetische besonders im Visier der christlichen Missionare und es wurde mit allen Mitteln versucht diesen Fetischkult zu unterbinden. Dies führte allerdings zu einer Verlagerung des Fetischgebrauchs in den Untergrund, ursprünglich wurden diese Fetische öffentlich ausgestellt und hatten nun aus dem Verborgenen zu agieren. Die Fortsetzung der Benutzung von Nagelfetischen liegt bei den Bakongo / Yombe im Verlauf des 20. Jahrhunderts daher weitgehend im Dunkeln, es ist aber denkbar, dass diese Fetischkulte vereinzelt noch Jahrzehnte weiter fortgesetzt wurden. Glasperlen Glasperlen erfreuen sich in der afrikanische Kunst und Tradition grösster Beliebtheit und werden als Beschlag / Behang für Masken, Figuren, Kleidung und auch als Schmuck traditionell umfassend verwendet. Interessanterweise stammen die meisten älteren Glasperlen aus europäischer Produktion und es werden wohl auch heute noch alte europäische Glasperlen, neben afrikanischen Erzeugnissen, verwendet. In der Kolonialzeit und davor wurden verschiedenste Glasperlen von den Europäern als Tauschmittel eingesetzt, darunter auch hochwertige Arbeiten aus Murano / Venedig und Böhmische Erzeugnisse. Im Laufe des 20. Jhdts. hat sich aber auch der Import von Glasperlen vornehmlich aus Indien etabliert. Initiation / Initiationsriten In weiten Teilen Afrikas sind Riten zur Initiation üblich, Initiationen stellen das Bindeglied zwischen einzelnen Lebensabschnitten dar. Die wichtigste Initiation ist die Aufnahme der Knaben in den Kreis der Erwachsenen, erst nach der Initiation ist der junge Mann vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft und z. B. zur Heirat berechtigt. Der Initiation gehen, auch heute noch, umfassende Prüfungen voraus in der der Jugendliche seine Fähigkeiten und Mut unter Beweis stellen muss. Diese Prüfungen können recht umfangreich und hart sein und werden überwiegend in der freien Natur auferlegt. Oft sind ältere Stammesmitglieder beauftragt zusätzlich die Probanden einzuschüchtern, z. B. diese nachts mit speziellen Masken zu erschrecken und dabei die Wachsamkeit zu überprüfen. Dies kann auch durchaus in Gefechte ausarten wobei dann nicht besonders zimperlich auf die Jugendlichen eingewirkt wird. Den Kern der Prüfungen stellen aber meist Jagden dar, besonders die Jagd auf die gefährlicheren Tiere. Die Prüfungen können Wochen andauern und zur Tortour ausarten, wobei mancher Prüfling schweren Verletzungen ausgesetzt ist, auch gelegentliche Todesfälle sind dann nicht ungewöhnlich. Erst die bestandenen Prüfungen ermöglichen die Initiation zum Erwachsenen und die umfangreichen Initiationsfeierlichkeiten werden von einigen Stämmen mit speziellen Masken begleitet. Kennzeichnend für viel Initiationsmasken ist die Zweifarbigkeit die die Nahtstelle zweier Lebensabschnitte symbolisiert. Kaurischnecken Neben Glasperlen stellen Kaurischnecken (auch als Kaurimuschel bezeichnet) einen umfassenden, d. h. über weite Teile Afrikas verbreiteten Schmuck und Beschlag für Masken dar. Die Bedeutung der Kaurieschnecken war so gross, dass diese sogar als Währung in Form von Primitivgeld verbreitet waren. Im Kongo symbolisieren Kaurischnecken die Königswürde und sind als Schmuck den Würdenträgern vorbehalten, hier werden die Kaurischnecken besonders reichlich zum Schmuck der königlichen Masken verwendet. Die umfassende Verwendung von Kauris ist sogar charaktergebend für viele Masken und Kleidungsstücke und hat vielerorts eine mindestens gleichbedeutende Stellung mit den oft zusätzlich verwendeten farbigen Glasperlen. Magische Figur Siehe Fetisch Mutter-Kind Figuren, Maternitée, Mutterschaftsfiguren Das Mutter-Kind Thema ist ein sehr beliebtes Motiv der afrikanischen Kunst und hat meist formalen, nicht personenbezogenen Charakter. Die bildliche Darstellung von Mutter und Kind ist meist nicht auf eine ganz bestimmte Mutter bezogen sondern allgemein als Gegenwart und Zukunft der jeweiligen Gesellschaft zu interpretieren. Es ist denkbar, dass die weitverbreitete Tradition der Darstellung der Mutterschaft in matriarchaischen Gesellschaftstrukturen wurzelt denn auffallend ist die oft ausgesprochen selbstbewusste Darstellung aller Details, auch der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale, ebenso die Darstellung der Schwangerschaft. Diese Form der Verherrlichung der weiblichen Attribute ist in den von Männern dominierten Gesellschaften eher ungebräuchlich. Mutterschaftsfiguren stellen ein Bindeglied der gesamtafrikanischen Kunst dar wobei viele Mutterschaftsfiguren auch als Ahnenfiguren fungieren. Naturreligionen Siehe Animismus Niloten / nilotisch Die Niloten bzw. Völker nilotischer Abstammung kennzeichnen eine Reihe von Stämmen im östlichen Afrika deren Ausbreitung sich vom Sudan bis nach Tansania erstreckt. Die Niloten sind Ihrem Ursprung nach Viehzüchter und Hirten und stellen eine Bevölkerungsgruppe mit besonders dunkler, teils tiefschwarzer Hautfarbe dar bei zugleich grossem und feingliedrigem Körperbau. Das Kunstschaffen dieser Hirtenstämme bezieht sich häufig auf die Verzierung von Gebrauchsgegenständen, Waffen und Kleidung. Panafrika Der Begriff Panafrika (oder Panafrikanismus) beschreibt die Zusammengehörigkeit aller schwarzen Völker unabhängig von Ihrer Nationalität. Im weiteren Sinne werden dabei die Nachkommen der Sklaven in den USA und in der Karibik mit einbezogen. Der nach der Unhabhängigkeitsbewegung, hauptsächlich in den 50er und 60er Jahren, entstehende Bewegung des Panafrikanismus konnte sich jedoch kaum nachhaltig entwickeln, zu gross waren die ethnischen und kulturellen Unterschiede der afrikanischen Völker, die sich auch leider in Zahlreichen Bürgerkriegen manifestierten. Patina Der Begriff Patina ist eine sehr umfassende Bezeichnung von Oberflächenstrukturen die durch Verwitterung, Korrossion oder den Gebrauch entstanden sind. Im weitern Sinne wird auch das Auftragen von Beize oder Farbe als Patinierung bezeichnet. Im engen Sinne ist Patina eigentlich auf die Oberflächenkorrosion von Edelmetallen bezogen, in der Kunst aber auch auf praktisch sämtliche anderen Oberflächen anwendbar. Besonders bei rituellen, hölzernen Objekten der afrikanischen Kunst stellt die Patina in Form von Gebrauchspatina und Alterspatina ein wesentliches Element der Authentizität dar und sollte keinesfalls entfernt werden. Häufig entsteht durch echte Patina ein besonders attraktiver, ästhetischer Eindruck, der die Adelung des Objekts durch den Gebrauch vermittelt. Obwohl die Gebrauspatina nicht ursprünglicher Bestandteil der künstlerischen Konzeption eines Objektes war, wirkt diese Form der veränderten Oberfläche zusätzlich belebend und aufwertend, meist die künstlerische Konzeption nicht nachteilig beeinflussend. Polsternägel Polsternägel aus europäischer Produktion sind schon lange beliebter Beschlag von Figuren, Hockern, Fetischfiguren und Trommeln vornehmlich im zentralen Afrika. Ursprünglich zum Zweck der Polsterung von Sofas konzipiert, wurden diese Nägel mit der breiten, glänzenden Kuppe umfassend zu rituellem Gebrauch zweckentfremdet. Es ist sogar zu vermuten, dass die ursprüngliche Bestimmung zur Verwendung zur Polsterung nur den kleineren Teil der produzierten Polsternägel darstellt, der weitaus grössere Teil dürfte über lange Zeit nach Afrika exportiert worden sein. Primitivgeld Der Oberbegriff Primitivgeld bezeichnet vormünzliche Zahlungssysteme die in weiten Teilen Afrikas bis in das 20. Jahrhundert gebräuchlich waren. Kennzeichnend für Primitivgeld ist, dass dieses nicht von staatlich kontrollierten Institutionen begeben wurde und keine einheitliche Währung darstellten. Die Formen des Primitivgelds sind ungeheuer vielfältig und es wurden hierzu beständige Materialien, vor allem Metalle, verarbeitet die eine dauerhafte Wertaufbewahrung ermöglichten. Dadurch unterscheidet sich das Primitivgeld grundlegend vom ursprünglichen Tauschhandel mit Naturalien. Raphia Raphiapalme Raphiabast Als Raphiabast bezeichnet man die Fasern der Blätter der Raphiapalme die vornehmlich im zentralen und südlichen Afrika vorkommt. Die Fasern der Raphiapalme eignet sich zur Herstellung von Geweben und damit zur Produktion von Kleidungsstücken. Die Fasern sind recht fest und widerstandsfähig und nach dem Weben werden durch walken und waschen die Gewebe weicher und damit als Kleidung tragbar gemacht. Raphia lässt sich relativ gut einfärben wodurch mehrfarbige Kleidungsstücke erzeugt werden können. Die Techniken der Raphiabearbeitung wurde im Laufe der Jahrhunderte besonders im Kongo perfektioniert und hat dabei höchst attraktive Kunstformen entstehen lassen. Aufwendige Stickereien und Patchwork haben -in Verbindung mit der Vorliebe für geometrische Formen- zu äusserst attraktiven Ergebnissen geführt. Die Kunst der Raphiaverarbeitung ist auch im 20. Jahrhundert lebendig geblieben, während früher viele Alltagskleider aus Raphia gefertigt wurden beschränkt man sich heute eher auf die Herstellung von Kleidung zu besonderen Anlässen, z. B. als traditionelle Hochzeitskleidung. Auch Stücke aus dem späten 20. Jahrhundert können qualitativ sehr hochwertig und ausdrucksstark sein und stehen den alten Stücken häufig nicht nach. Subsahara Bezeichnung für die Gebiete jenseits, also südlich der Sahara aus europäischer Sicht. Allgemeiner Begriff für Schwarzafrika südlich der arabischen Hemisphäre. Ultramarinblau Die Farbe Ultramarinblau wird in Form von Pigmenten in weiten Teilen Afrikas zur Bemalung von Masken verwendet. Das synthetisch hergestellte Pigment wurde wohl meist aus Europa importiert. Die enorm starke Farbwirkung des synthetischen Pigments lässt sich durch mineralische oder pflanzliche Materialien nicht ersetzen und wurde schon frühzeitig, bereits im 19. Jahrhundert, in die Gestaltung der traditionellen Afrikanischen Kunst integriert. Verlorene Form (Wachsausschmelzverfahren) Die sogenannte Verlorene Form stellt ein Verfahren zum Guss von verschiedenartigsten Figuren aus Bronze- und Messing dar. Die Technik besteht im Wesentlichen in der Anfertigung der zu giessenden Figur aus Wachs in Handarbeit die dann in einen Mantel aus Ton eingebettet wird. Der Tonmantel mit der wächsernen Figur wird gebrannt wobei das Wachs sich verflüssigt und ausläuft. Zurück bleibt eine gehärtete Hohlform die folgend mit Metall ausgegossen werden kann. Nach dem Erhärten des Metalls wird der tönerne Mantel zerschlagen woraus sich der Begriff “Verlorene Form” herleitet. Die Güsse die im Verfahren der Verlorenen Form hergestellt werden sind somit Unikate denn die Form kann nur ein einziges mal verwendet werden. Die Anfertigung der Wachsmodelle mit Hilfe einerMatritze ist wenig gebräuchlich, meist sind die Objekte frei geformt. Vodun Kult / Voodoo Bei dem recht geläufigen Begriff Voodoo und Vodun handelt es sich um eine interessante, gewachsene religiöse Mischform, die ihre Wurzeln in Afrika hat und von dort durch die Verschleppung der westafrikanischen Sklaven in die Karibik und die USA exportiert wurde. Die dort abgewandelte, amerikanische Form des Vodun-Kultes brachte jedoch im Anschluss an die Sklaverei und mit der Rückkehr vieler ehemaliger Sklaven, diesen abgewandelten Kult zurück nach Westafrika wobei es dann zu erneuter Vermischung mit den angestammten Religionsformen kam. Der vodun-Kult enthält neben vielen afrikanischen Traditionen auch Anklänge an die christliche Religion und ferners sogar hinduistische Elemente die von ansässigen indischen Händlern in Westafrika eingebracht wurden. Der Vodun Kult oder auch Voodoo beschwört starke magische Kräfte die sich u. A. in Form von Fetischfiguren oder Zauberfiguren manifestieren. Meist werden diese oft recht grob ausgeführten, kleineren Figuren stark beopfert und mit zahlreichen magischen Objekten bis zur Unkenntlichkeit behängt und verschnürt. Das Opfern von Hühnern und das Bespritzen der Vodun-Altäre und Figuren mit Hühnerblut ist weit verbreitet. Eine weitere Kuriosität stellen die sogenannten Asen-Altäre dar, dies sind kleine Altäre aus Eisen mit aufsitzenden Figuren in vielfältigster Form die indirekt mit dem Voodoo Kult in Verbindung gebracht werden und mit Flüssigkeiten beopfert werden, diese meist mit dem Mund angesprüht was dann zur Bildung starker Rostpatina führt. Die Kulte des Vodun in Westafrika, hauptsächlich in Benin und die des Voodoo in Amerika sind auch heute umfassend lebendig geblieben und werden von Millionen Anhängern ausgeübt. Zauberfigur Siehe Fetisch Zoomorph Bezeichnung für Figuren in Gestalt eines Tieres |
![]() |